Zusammenfassung von Zeiten des Aufruhrs

Boston 1961
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Zeiten des Aufruhrs Buchzusammenfassung
Ein moderner Klassiker über Träume und Lebenslügen im Amerika der 1950er Jahre.

Rezension

Demontage des amerikanischen Traums

Oberflächlich betrachtet sind Frank und April Wheeler ein perfektes Paar. Mit ihren beiden Kindern wohnen sie in einem gepflegten Vorort von New York. Doch hinter der hübschen Fassade ihres Einfamilienhauses tut sich ein Abgrund auf. Frank langweilt sich in seinem Job als Werbetexter, April träumt vom Umzug nach Europa, die Eheleute sind zerstritten. Ihr Versuch, aus der Vorstadtidylle auszubrechen, endet für die beiden in einer Tragödie. In seinem 1961 erschienenen, von der Kritik hochgelobten Romandebüt Zeiten des Aufruhrs erweist sich Richard Yates als unbestechlicher Chronist des amerikanischen Alltags der 50er Jahre. Mit großer Präzision spürt er den Enttäuschungen einer Generation nach, die den amerikanischen Traum verachtet, ohne dabei die eigenen Lebenslügen zu erkennen. Der Roman, der lange Zeit in Vergessenheit geraten war und nach seiner Neuauflage zu einem Kultbuch avancierte, ist auch nach fast 50 Jahren kein bisschen gealtert – auch wenn seine Figuren Petticoats tragen und Cocktails trinken, Jazz hören und Jitterbug tanzen. Ein packender Klassiker der Moderne – bitterböse und komisch zugleich.

Zusammenfassung

Die Tristesse des New Yorker Vorstadtlebens
Frank und April Wheeler, beide 29 Jahre alt, leben mit ihren Kindern Jennifer und Michael in einem Vorort von New York. Frank, dem trotz seiner Ziellosigkeit und seiner Neigung zu Träumereien eine große Zukunft prophezeit...
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Über den Autor

Richard Yates wird am 3. Februar 1926 in Yonkers, New York geboren. Nach der Scheidung seiner Eltern wächst er mit seiner Schwester bei der Mutter auf, die aus Geldmangel von Stadt zu Stadt zieht. Mit 18 Jahren geht er zur Armee. In Frankreich, wo er im letzten Kriegsjahr als Soldat kämpft, erkrankt er an Tuberkulose. Nach Kriegsende kehrt er nach New York zurück und heiratet, doch schon bald zieht es ihn wieder nach Europa. Von 1951 bis 1953 lebt er in Paris und London. Er bringt sich mit einer Rente durch, die ihm die Armee aufgrund seiner Tuberkulose zahlt, und schreibt erste Geschichten. Zurück in den USA verdient er seinen Lebensunterhalt u. a. als Werbetexter. 1959 lässt er sich von seiner Frau scheiden, die das Sorgerecht für die beiden gemeinsamen Töchter erhält. Sein erster Roman Revolutionary Road (Zeiten des Aufruhrs, 1961) wird von der Kritik sehr positiv aufgenommen. Auf einmal ist Yates ein bekannter Autor, doch schon mit der Veröffentlichung seines Erzählbandes Eleven Kinds of Loneliness (Elf Arten der Einsamkeit, 1962) beginnt der Abstieg. Yates zieht nach Hollywood, wo er wie sein großes Vorbild F. Scott Fitzgerald ein Drehbuch schreibt – und trinkt. Ab 1963 arbeitet er, um sich finanziell über Wasser zu halten, als Redenschreiber für Robert Kennedy. Daneben unterrichtet er kreatives Schreiben an Universitäten und schreibt weiterhin auch selbst, allerdings ohne großen Erfolg. Sein Roman A Special Providence (Eine besondere Vorsehung, 1969) bleibt unbeachtet, was Yates in tiefe Selbstzweifel stürzt. Trotz seiner schlechten Gesundheit raucht und trinkt er unmäßig, isst manchmal tagelang nichts und wird wiederholt wegen Nervenzusammenbrüchen in eine psychiatrische Klinik eingewiesen. Auch seine zweite, 1968 geschlossene Ehe, aus der eine Tochter hervorgeht, scheitert. Mit dem Roman Easter Parade (1976) erreicht Yates noch einmal seine alte Größe, doch er verfällt immer mehr dem Alkohol. Hochgelobte Bücher wie Cold Spring Harbor (1986) bringen kaum Geld ein. Einsam und verarmt stirbt Yates am 7. November 1992 in seinem Appartement in Birmingham, Alabama an einer schweren Lungenkrankheit.


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