Zusammenfassung von Moral und Politik

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Moral und Politik Buchzusammenfassung
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Bewertung

8

Qualitäten

  • Innovativ

Rezension

Sterbehilfe, Stammzellforschung oder Abtreibung: In vielen politischen Auseinandersetzungen sind wir mit schwierigen moralischen Fragen konfrontiert. Gleichzeitig gibt es in modernen Gesellschaften keine allgemein anerkannten moralischen Prinzipien, weshalb die Akteure der politischen Debatte es vermeiden, ihre politischen Positionen ethisch zu begründen, und stattdessen Politik als wertneutrales Gesellschaftsmanagement betreiben. Michael J. Sandels Buch versammelt Essays aus 30 Jahren, die verschiedenste politische Kontroversen um moralisch relevante Fragen erörtern. Allen gemeinsam ist der Versuch, die Diskurse der akademischen Moralphilosophie für die öffentliche Auseinandersetzung fruchtbar zu machen und damit einen Beitrag zu einer Wiederbelebung des moralischen Diskurses in der demokratischen Öffentlichkeit zu leisten. So anregend dieser Facettenreichtum ist, so schwierig ist es für den Laien, die zugrunde liegenden philosophischen Konzepte nachzuvollziehen. Hier wäre eine ausführlich erläuternde Einleitung sinnvoll gewesen. getAbstract empfiehlt das Buch dennoch allen, die an einem tieferen Fundament für ihre politischen Positionen interessiert sind.

Über den Autor

Michael J. Sandel lehrt politische Philosophie an der Harvard University und ist einer der wichtigsten Moralphilosophen unserer Zeit. Seine Bücher Gerechtigkeit und Was man für Geld nicht kaufen kann sind internationale Bestseller.

 

Zusammenfassung

Die Leere der politischen Auseinandersetzung

Politikverdrossenheit ist ein Merkmal vieler demokratischer Gesellschaften weltweit. Populistische Propaganda auf der Seite der immer stärker werdenden Protestparteien und technokratische, moralisch indifferente Rhetorik auf der Seite der etablierten Parteien bestimmen das politische Tagesgeschäft. Die politische Auseinandersetzung nimmt wenig Bezug auf die großen, moralisch und ethisch relevanten Themen, denen sich Politik eigentlich widmen sollte. Zum Beispiel: Was verstehen wir unter Gerechtigkeit? Oder: Wie können wir Gemeinwohl definieren?

Neben der Scheu, moralische Werthaltungen in einer pluralistischen Gesellschaft zu verteidigen, gibt es einen weiteren Grund für die moralische Indifferenz der Politik, nämlich die seit den späten 1970er-Jahren zunächst von konservativen Politikern wie Reagan und Thatcher durchgesetzte und seit Mitte der 1990er-Jahre auch von Mitte-links-Regierungen übernommene Doktrin vom Primat des Marktes, sprich der Glaube, dass die freie Marktwirtschaft am besten geeignet sei, das Gemeinwohl zu fördern. Marktmechanismen dominieren seitdem immer mehr gesellschaftliche Bereiche, und die Ökonomie...


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