Zusammenfassung von Politik als Beruf

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Politik als Beruf Buchzusammenfassung
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Klassiker


Rezension

Politik mit Leidenschaft und Augenmaß

Nach dem Ersten Weltkrieg und der Abdankung des Kaisers stellte sich in Deutschland die Frage nach der künftigen Gesellschaftsordnung. In seinem Vortrag, den er im Januar 1919 in München vor Studenten hielt, entwarf Max Weber das Bild des charismatischen Berufspolitikers, den ein neues, demokratisches Deutschland seiner Ansicht nach brauchte. Dabei grenzte er sich gegen die alten Eliten ab, aber noch deutlicher gegen die revolutionären Kräfte der Zeit, die mit aller Macht ihre politischen Utopien durchsetzen wollten. Um Politik zu machen, bedürfe es eben mehr als der guten Gesinnung, meinte der überzeugte Liberale Weber. Obwohl Leidenschaft in der Sache unerlässlich sei, müssten Verantwortung und Augenmaß hinzukommen. Weber zeichnet ein realistisches Bild des Politikers, der seine Eitelkeit überwinden muss, seine hochfliegenden Ideen zur Rettung der Menschheit mit Abstand betrachten und vor allem Enttäuschungen wegstecken können muss. In Zeiten allgemeiner Politikverdrossenheit erinnert uns Webers Schrift daran, dass Politik nicht nur ein Beruf, sondern eine Berufung sein sollte.

Über den Autor

Max Weber wird am 21. April 1864 in Erfurt als erstes Kind des Juristen Max Weber und dessen Frau Helene geboren. Die Großmutter mütterlicherseits ist strenggläubige Calvinistin. 1869 zieht die Familie nach Berlin, wo sich Max und seine Geschwister allerdings nicht wohlfühlen. Der Vater wird Abgeordneter der Nationalliberalen Partei. Weber studiert Jura, Nationalökonomie, Philosophie und Geschichte. Er wird im Fach Jura promoviert und habilitiert. Früh setzt er sich mit der Situation der Arbeiter auseinander und wird Mitglied verschiedener Vereine. 1893 heiratet er die spätere Frauenrechtlerin Marianne Schnitger. Seine Universitätskarriere beginnt vielversprechend: Weber wird Professor für Nationalökonomie in Freiburg und später in Heidelberg. Doch schon bald treten gesundheitliche Probleme auf. Von 1897 an muss er seine Lehrtätigkeit einschränken und 1903 ganz einstellen, denn er leidet unter einer depressiven Erkrankung. Es folgen mehrere Sanatoriums-Aufenthalte und Erholungsreisen. 1904 erscheinen im Archiv für Sozialwissenschaft und Sozialpolitik, das er selbst mitherausgibt, gleich zwei bedeutende Schriften: Die „Objektivität“ sozialwissenschaftlicher und sozialpolitischer Erkenntnis und Die protestantische Ethik und der „Geist“ des Kapitalismus. 1909 wird Weber Mitbegründer der Deutschen Gesellschaft für Soziologie. Später trägt er immer mehr zur Etablierung der Soziologie als eigenständige wissenschaftliche Disziplin bei. 1913 beginnt er mit seinem Hauptwerk Wirtschaft und Gesellschaft. Weber äußert sich auch zunehmend zu tagespolitischen Fragen und ist 1918 an der Gründung der Deutschen Demokratischen Partei beteiligt. Ab Herbst 1918 geht er – inzwischen Professor an der Münchner Ludwig-Maximilians-Universität – eine heimliche Liebesbeziehung mit Else Jaffé-von Richthofen ein, bleibt aber seiner Frau Marianne eng verbunden. Am 14. Juni 1920, mit erst 56 Jahren, stirbt Max Weber in München an einer Lungenentzündung. Zwei Jahre später wird das Mammutwerk Wirtschaft und Gesellschaft aus dem Nachlass veröffentlicht.

 

Zusammenfassung

Politik als Teilhabe an der Macht

„Politik“ ist ein variabler Begriff. Wir bezeichnen damit im Allgemeinen „jede Art selbstständig leitender Tätigkeit“. In diesem Sinne sprechen wir etwa von Devisen-, Schul- oder Gewerkschaftspolitik, ja sogar von der Politik einer Frau, die geschickt das Handeln ihres Mannes steuert. Im Folgenden wird der Begriff speziell im Sinne der Lenkung eines politischen Gebildes, insbesondere des Staates verwendet. Der moderne Staat definiert sich über das Gewaltmonopol, das er innerhalb eines bestimmten Territoriums erfolgreich beansprucht. Vom Staat geht somit alle legitime physische Herrschaftsgewalt aus, selbst wenn diese von Einzelpersonen oder Verbänden ausgeübt wird. Während im älteren, ständischen Verband die finanziellen Mittel etwa für Verwaltung und Kriegsführung noch in der Hand von eigenberechtigten Vasallen lagen, ist der moderne Staat dadurch gekennzeichnet, dass nur er allein über die Herrschaftsmittel verfügt. Seine Beamten sind nicht mehr persönlich Eigentümer des Geldes, das sie für Bürokratie, Bauten oder Kriege ausgeben.

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