Zusammenfassung von Wucherzins und Höllenqualen

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Wucherzins und Höllenqualen Buchzusammenfassung
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Bewertung

9

Qualitäten

  • Innovativ

Rezension

Nie hatte die Finanzbranche einen so schlechten Ruf wie heute. Könnte man zumindest denken. Doch verglichen mit dem, was die Wechsler und Geldverleiher im Mittelalter zu erdulden hatten, nehmen sich die aktuellen Vorwürfe gegen die Banker geradezu harmlos aus. Der renommierte Historiker Jacques Le Goff stellt in diesem Buch die Kämpfe vor, die damals zwischen kirchlicher Lehre und wirtschaftlichen Notwendigkeiten ausgefochten wurden. Er zitiert ausgiebig Schauergeschichten, mit denen man den Wucherern im wahrsten Sinne des Wortes die Hölle heiß machte, verliert aber dabei nie die Relevanz des Themas für die heutige Zeit aus den Augen. Es wird klar, dass die mittelalterliche Debatte über den Zins ein Meilenstein auf dem Weg zum Bankwesen und letztlich zum Kapitalismus war. getAbstract empfiehlt das spannende Buch allen, die sich für die Urzeit unseres Finanzsystems interessieren.

Über den Autor

Jacques Le Goff ist Historiker und Experte für das europäische Mittelalter. Seit 1967 ist er Mitherausgeber der Zeitschrift Annales, des Sprachrohrs der so genannten „nouvelle histoire“, einer Strömung französischer Geschichtsschreibung, die wirtschaftliche Entwicklungen besonders berücksichtigt.

 

Zusammenfassung

Zinsgeschäfte als gesellschaftlicher Makel

„Wucher“ war im Mittelalter ein Kernbegriff, der damit verbundene Vorwurf war in ganz Europa weit verbreitet. Der Ausdruck steht für eine Vermischung von Religion und Ökonomie und ist ein bleibendes Symbol für das mittelalterliche Denken. Vor allem im 13. Jahrhundert war der Begriff gang und gäbe – eine Reaktion auf die Ausbreitung der Geldwirtschaft. Althergebrachte christliche Werte gerieten in Gefahr. Entsprechend vehement widersetzte sich die Kirche den Methoden der neuen Wirtschaftsordnung und geißelte den Wucher. Dieser wurde mit dem kategorischen Verbot von Zinsen bekämpft: Man sollte nicht mehr nehmen dürfen, als man zu geben bereit war. Prediger argumentierten mit Bibelzitaten wie „Wer Geld lieb hat, der bleibt nicht ohne Sünde“ oder „Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon“. Wucherer galten als Zeitdiebe: Die Zeit gehörte Gott, und trotzdem handelten sie genau damit. Das war übrigens ein Vorwurf, der in ähnlicher Form an Lehrkräfte gerichtet wurde, die damals begannen, außerhalb von Klosterschulen zu unterrichten. Sie wurden als „Wortdiebe“ diffamiert. Das Zerrbild des gierigen Geldverleihers rückte den Fortschritt...


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