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Wert und Werte

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Wert und Werte

Ethik für Manager - ein Leitfaden für die Praxis

Hanser,

15 min read
10 take-aways
Audio & text

What's inside?

Ein Unternehmen gut führen heißt nicht allein, profitabel zu sein – Manager sein bedeutet auch, Ethik zu leben. So sollte es zumindest sein!


Bewertung der Redaktion

7

Qualitäten

  • Innovativ
  • Überblick
  • Unterhaltsam

Rezension

Ausführliche Betrachtungen des Konfliktfeldes zwischen Ethik und Profit hat Ulrich Hemel zu Papier gebracht. Der Autor stellt in der Wirtschaftspraxis übliche Wertekollisionen vor, diskutiert sie ausgiebig und illustriert sie mit dem Fallbeispiel der fiktiven Transdyn AG. Deren Werdegang schildert der Theologe und Manager so lebensnah wie einen Wirtschaftskrimi. Doch dies ist eben kein Krimi, sondern eher eine moralische Predigt, die auch nicht ohne einige Relativierungen und Beschönigungen auskommt. Manch wichtige Frage bleibt ungestellt: So lobpreist Hemel beispielsweise die Demokratie, erwähnt aber mit keinem Wort den Mangel an demokratischer Mitbestimmung in Unternehmen. Wer eindeutige moralische Wegweiser erhofft, dem zeigt Hemel stattdessen einen verschlungenen, unsicheren Pfad - wie bei einem Ethik-Buch wohl auch nicht anders zu erwarten. getAbstract empfiehlt das Buch jedem, der sich über die Ambivalenz wirtschaftlicher Entscheidungen Gedanken machen möchte, und insbesondere allen Managern und Unternehmern, die den steinigen Weg beschreiten wollen, ihr Handeln (auch) nach ethischen Prinzipien auszurichten.

Zusammenfassung

Ethik und Unternehmertum

Die großen Wirtschaftsskandale der vergangenen Jahre (Enron, Arthur Andersen, Merrill Lynch usw.) sind nur die Spitze eines gigantischen Eisbergs von nicht zu unterschätzenden Ausmaßen: Lug und Betrug treten in Unternehmen immer wieder auf, weil es an grundlegenden Prinzipien wie Fairness, Verlässlichkeit und Vertrauen mangelt. Dabei gehören Ethik und Wirtschaft zusammen, der Profit ist nur ein Teil des wirtschaftlichen Erfolges. Alles Handeln hat Auswirkungen auf Dritte, niemand hängt im luftleeren Raum. Der Homo oeconomicus ist eine Fiktion, denn niemand lässt sein Gewissen, seine Emotionen und Moralvorstellungen vor dem Firmeneingang liegen.

Kinderarbeit

Wie zwiespältig ethische Fragen oft sind, zeigt das Beispiel der Kinderarbeit: Ist sie für westliche Betrachter Ausdruck von Unterdrückung und Menschenverachtung, die durch Kostendruck außerdem noch Arbeitplätze in westlichen Ländern vernichtet, so deuten Menschen in der Dritten Welt sie als notwendigen Überlebenskampf in Staaten, die den Armen nur ungenügend helfen. Unternehmen, die trotz Konkurrenzdruck auf Kostenvorteile durch Kinderarbeit verzichten, nehmen finanzielle Einbußen...

Über den Autor

Ulrich Hemel ist Theologe und Manager. Er war u. a. für die Boston Consulting Group tätig sowie als Vorstandsvorsitzender der Paul Hartmann AG. Seit 2005 ist er Vorsitzender der Geschäftsleitung der Süddekor/Dakor-Gruppe. Zudem ist er außerordentlicher Professor für Katholische Theologie an der Universität Regensburg.


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