Höher, schneller, weiter: Dass das auf einem Planeten mit endlichen Ressourcen nicht ewig funktioniert, versteht sich von selbst. Dennoch hat die Menschheit viel zu lange die Augen verschlossen und scheint nun nahezu ungebremst in die Katastrophe zu steuern. Noch ist aber nicht alles verloren. Emanuel Deutschmann ist zuversichtlich, dass es einen Ausweg gibt. Er analysiert nicht nur hellsichtig die aktuellen exponentiellen Entwicklungen, sondern zeigt auch Wege auf, sie zu brechen und zu neuer Stabilität zu finden. Die meisten davon sind wohlbekannt – nur an der Umsetzung mangelt es. Deutschmanns Buch ist also weniger eine konkrete Anleitung, sondern eher ein dringend notwendiger Aufruf.
Wir leben in einer Exponentialgesellschaft, deren Dynamik in einen abrupten Absturz umschlagen kann.
Jahrtausendelang war die menschliche Gesellschaft von Stagnation und zyklischen Rhythmen wie den Jahreszeiten geprägt. Das änderte sich mit der Industrialisierung und dem Kapitalismus. Die Menschen waren dank des technologischen und wissenschaftlichen Fortschritts plötzlich in der Lage, mehr zu produzieren, als sie verbrauchten. Es konnten Investitionen getätigt werden, die für immer größeres Wachstum sorgten, nicht zuletzt dank der Nutzung fossiler Energie. In dieser Phase des Take-offs waren die fatalen Folgen einer solchen Wirtschaftsweise allenfalls zu erahnen. Lediglich einzelne Gruppen wie indigene Gemeinschaften oder Arbeiter waren von Problemen betroffen. Die meisten Menschen profitierten jedoch vom Wachstum.
Seit den 1960er-Jahren wird immer deutlicher, dass das Wachstum exponentiell ist und die Menschheit vor immense Herausforderungen stellt. Wir verbrauchen zu viele Ressourcen, wir zerstören die Artenvielfalt, wir setzen zu viele Treibhausgase frei. Anders als in früheren Gesellschaften sind heute viele exponentielle Trends ...
Kommentar abgeben