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Der große Ausverkauf Buchzusammenfassung
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Bewertung

8

Qualitäten

  • Analytisch
  • Meinungsstark
  • Hintergrund

Rezension

„Neoliberales Schreckensbild“, „Diktatur der Konzerne“ oder „Staatsstreich im Weltmaßstab“ – Franz Kotteder, streitbarer Journalist der Süddeutschen Zeitung, fährt im Kampf gegen das Freihandelsabkommen TTIP schweres Geschütz auf. Glaubt man seinen düsteren Vorahnungen und Analysen, die sich unter anderem auf geleakte Verhandlungsdokumente stützen, dann ist die Wahl der Waffen gerechtfertigt: Freihandelsabkommen sind nach dieser Lesart nichts anderes als Ermächtigungsgesetze zugunsten multinationaler Konzerne, die pingeligen Verbrauchern ihren massenproduzierten Mist in den Rachen stopfen möchten. Ganz so einfach ist es natürlich nicht. Die polemische Schwarz-Weiß-Malerei der TTIP-Gegner hat schon Kritik auf sich gezogen. Allerdings muss man sich fragen: Gibt es auch gute Gründe für das Abkommen? Der SZ-Journalist Kotteder kann sie nirgends entdecken und bleibt dennoch optimistisch: Er hält es für unwahrscheinlich, dass die Politik sich freiwillig entmachten lässt und das Abkommen in der jetzigen Form ratifiziert. getAbstract empfiehlt sein Buch allen, die über die Chlorhühnchen-Debatte hinausreichende Informationen suchen.

Über den Autor

Franz Kotteder ist Redakteur und Reporter der Süddeutschen Zeitung und Autor von Sachbüchern zu gesellschaftspolitischen, ökologischen und kulturellen Themen. Er hat auch Billig kommt uns teuer zu stehen verfasst.

 

Zusammenfassung

Realer Wirtschaftsthriller

Die seit 2013 laufenden Verhandlungen über das transatlantische Freihandelsabkommen TTIP (Transatlantic Trade and Investment Partnership) erinnern nicht nur an einen Wirtschaftsthriller – sie sind einer. Denn es geht dabei nur vordergründig um die Angleichung von Regeln in Europa und den USA. Dazu bräuchte es keine jahrelangen, streng geheimen Verhandlungen. In Wahrheit geht es einer überschaubaren Gruppe von Marktradikalen darum, die Macht zunehmend zu verlagern: von demokratisch gewählten Regierungen in die Konzernzentralen. Staatliche Behörden mit ihren lästigen Gesetzen etwa zum Verbraucher- oder Umweltschutz sollen die Wirtschaft nicht länger am Profitmachen hindern.

Die vielköpfige Hydra

Das TTIP-Abkommen ist nur ein Stein in dem großen Mosaik der geplanten Freihandelsabkommen, das Konzernen eine umfassende Kontrolle der Weltwirtschaft ermöglichen könnte. Die Welthandelsorganisation (WTO), die sich eigentlich als oberste Instanz um den freien Welthandel kümmern sollte, hat viele neoliberale Eiferer enttäuscht. Zu groß, zu zerstritten und auch zu transparent ist die WTO für ihren Geschmack. Also begann man eine Politik der kleinen...


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