Rezension von Die innovative Gesellschaft

Suchen Sie das Buch?
Wir haben die Zusammenfassung! Erfassen Sie die Kernaussagen in nur 10 Minuten.

Die innovative Gesellschaft Buchzusammenfassung
Lernen Sie los:
oder Abos vergleichen

Bewertung

9

Qualitäten

  • Umfassend
  • Analytisch
  • Wissenschaftsbasiert

Rezension

Bildung, Lernen und Innovationen bedürfen der staatlichen Förderung, weil Märkte in diesem Bereich versagen. „Im neoklassischen Modell ist kein Platz für Lernen“, schreiben die Autoren, darunter Wirtschaftsnobelpreisträger Joseph Stiglitz. Damit positionieren sie sich entschieden gegen die neoklassische Ideologie, für die alle staatlichen Eingriffe Teufelszeug sind. Freunde der sozialen Marktwirtschaft lesen dies mit Genugtuung. Makroökonomische Grundkenntnisse sollte der Leser allerdings mitbringen, um den Ausführungen folgen zu können.

Über die Autoren

Joseph E. Stiglitz lehrt Wirtschaftswissenschaften an der Columbia University. Er erhielt 2001 den Wirtschaftsnobelpreis. Bruce C. Greenwald lehrt Finanzwissenschaft an der Columbia University.

 

Lernen ist entscheidend für Fortschritt und Wohlstand.

Die Autoren beginnen mit einem geschichtlichen Überblick: Seit dem Jahr 1800 ist der Lebensstandard in vielen Ländern stark gestiegen. Im 20. Jahrhundert setzte sich diese Entwicklung zunächst in Nordamerika, Europa und Australien fort, um dann auch viele asiatische Länder zu erfassen. Als Erklärungsansätze für den gesellschaftlichen Wandel werden oft die Kapitalakkumulation oder der technologische Fortschritt herangezogen. Tatsächlich ist die Produktivität gewaltig gestiegen. Die eigentliche Ursache dafür war aber, so Stiglitz und Greenwald, dass Menschen lernten, „die Dinge besser zu machen“.

Lernen bewirkt Fortschritt und eine Erhöhung des Lebensstandards. Zu wissen, wie man lernt, ist die Voraussetzung für Innovation, wirtschaftliche Entwicklung und eine Verbesserung des Wohlstands. Daher sollten Staaten vordringlich in Bildung und Forschung investieren. Außerdem müssen Menschen in Entwicklungsländern lernen, wie man lernt. Fortschritt bedeutet für die Autoren ganz wesentlich, Lernprozesse zu verbessern und die Lerngeschwindigkeit zu erhöhen. Um die Produktivität zu steigern, bedarf es keiner revolutionären Neuerungen, sondern ständiger kleiner Verbesserungsschritte. Unternehmen sollten in ihrer Produktion die „besten Verfahren“ einsetzen, begnügen sich aber oft mit „durchschnittlichen Verfahren“. Damit bleiben sie unter ihren Produktionsmöglichkeiten und können noch viel lernen. Je kleiner die Lücke zwischen „optimalen“ und „durchschnittlichen“ Verfahren gehalten wird, desto leistungsfähiger sind Unternehmen und somit auch die Volkswirtschaft. Lernfähigkeit und Wissenstransfer sind also entscheidend für den Lebensstandard.


Mehr zum Thema

Ähnliche Rezensionen

Gute Chefs essen zuletzt
7
Über Tyrannei
8
Crashed
9
Wie kommt der Wert in die Welt?
9
Berufliche Integration von Flüchtlingen und Migranten
7
Türme und Plätze
9

Verwandte Kanäle

Kommentieren Sie diese Rezension