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Ungleichheit
Buch

Ungleichheit

Was wir dagegen tun können

Klett-Cotta, 2016 Mehr

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Bewertung der Redaktion

9

Qualitäten

  • Innovativ

Rezension

Der „Papst der Ungleichheitsforschung“ (Taz), Anthony B. Atkinson, zitiert im Schlusswort seines Buches einen US-Senator des 19. Jahrhunderts: „Zwei Dinge sind wichtig in der Politik. Das Erste ist Geld, und an das Zweite erinnere ich mich nicht.“ Umso wichtiger, dass der erfahrene Ökonom seine Leser daran erinnert: Regierungen sollten die Interessen aller Menschen vertreten, auch jener, die sich nicht mit einem dicken Scheckbuch Gehör verschaffen können. Mit seinen 15 Maßnahmen gegen die Ungleichheit knüpft er da an, wo sein Schüler Thomas Piketty aufgehört hat. Er stürzt sich in das zähe Dickicht der Steuer-, Wettbewerbs- und Sozialpolitik, kämpft sich durch das Labyrinth volkswirtschaftlicher Gesamtrechnung und entzaubert dabei einige Mythen der orthodoxen Wirtschaftstheorie. So manchem Realpolitiker werden angesichts seiner Vorschläge die Haare zu Berge stehen, und dass sie politisch schwierig umzusetzen sind, werden auch Atkinsons Anhänger zugeben. Umso erstaunlicher, dass selbst diese kühnen Ideen Großbritannien nur auf das Ungleichheitsniveau von 1979 zurückbefördern würden. getAbstract empfiehlt das Buch allen politisch Aktiven und Interessierten.

Zusammenfassung

Wenn Ungleichheit unerträglich wird

Totale Gleichheit zwischen den Menschen herzustellen, ist nicht erstrebenswert – das gegenwärtig unerträglich hohe Niveau der Ungleichheit zu verringern hingegen schon. Um die Mitte des 20. Jahrhunderts schien in den USA die Einkommensungleichheit langsam aber sicher kleiner zu werden. Der Gini-Koeffizient, das statistische Maß für relative Ungleichheit, war seit 1929 um zehn Prozentpunkte gefallen. Doch seit den 1980er-Jahren steigt er wieder: Ein Fünftel des gesamten Bruttoeinkommens in den USA entfällt heute auf das oberste 1 Prozent und ist damit wieder auf dem Stand von vor 100 Jahren. Einige Wissenschaftler und Politiker fordern, sich statt auf wirtschaftliche Ungleichheit auf die Armutsbekämpfung zu konzentrieren. Doch auch die kommt in den meisten reichen Ländern nicht voran, im Gegenteil: Die Gefahr, von Armut und sozialer Ausgrenzung betroffen zu sein, war innerhalb der EU zuletzt deutlich größer als vor der Finanzkrise 2008. Und ein Vergleich zwischen 15 OECD-Ländern zeigt: Mit Ausnahme der Schweiz geht ein höherer Anteil der Spitzeneinkommen am Gesamtbruttoeinkommen immer mit größerer Armut einher.

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Über den Autor

Anthony B. Atkinson lehrt Wirtschaft in Oxford und an der London School of Economics. Außerdem ist er politischer Berater mit Schwerpunkt auf Einkommensverteilung und soziale Ungleichheit.


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